VegMed-Kongress in Berlin 22.-24.04.2016

Ich war vom 22.-24.04.2016 in Berlin am VegMed, einem internationalen wissenschaftlichen Kongress über vegetarische Ernährung&Medizin mit Vorträgen weltweit führender Forscher wie Prof. Claus Leitzmann, Prof. Gary E. Fraser und renommierter Ärzte, welche die praktische Anwendung des Vegetarismus als Therapieform global etablieren, wie Dr. Neal Barnard und Dr. Michael Greger stellten ihre neusten Erkennt­nisse vor. Ärzte, Forscher, Ernährungswissenschaftler und medizinisches Personal konnten daran teilnehmen.

 

Zusätzlich gab es praxis­orientierte Workshops und Platt­formen für professionelles Networking. Aufgrund der hochkarätigen Referenten und aktuellen Themen kamen mehr als 800 Teilnehmer in die Freie Universität Berlin.

 

Hintergrund:

Pflanzenbasierte Ernährungsformen gewinnen zunehmend an öffent­lichem Interesse. Ihre Bedeutung in medizinischen, psycho­logischen, sozialen, öko­logischen, politischen und anderen Kontexten nimmt in atem­beraubender Geschwindigkeit zu. Umfragen in den letzten Jahren zeigen eine rasch steigende Zahl an Vegetariern, Veganern und Flexi­tariern, vor allem in westlichen Ländern. Während der letzten zwei Jahr­zehnte hat die vegetarische Ernährung auch eine wachsende Zahl von Befür­wortern in der Medizin gefunden. Weg­weisende Publi­kationen, vor allem von epidemio­logischen Studien, weisen mitt­lerweile relativ eindeutig auf gesund­heitliche Vorteile ausgewogener vegetarischer Ernährung­sweisen hin, zum Beispiel in den Bereichen Kardiologie, Stoffwechsel­erkrankungen und Onkologie. Trotz des wachsenden öffent­lichen Interesses an vegetarischer Ernährung ist die Anzahl an Forschungs­publikationen und wissen­schaft­lichen Aktivitäten in diesem Bereich immer noch zu klein, um einen Paradigmen­wechsel in der Medizin zu bewirken. Aus diesem Grund rief das Projekt­konsortium im Jahr 2012 die VegMed-Konferenz zu Medizin und vegetarischer Ernährung ins Leben.

Am Freitag um 13 Uhr ging´s im Audimax los mit den Grußworten der Organisatoren, darunter Prof. Dr. Andreas Michalsen.

 

Er ist Chefarzt der Abteilung für Naturheilkunde am Immanuel Krankenhaus Berlin, Inhaber der Stiftungsprofessur für klinische Naturheilkunde am Institut für Sozialmedizin, Epidemiologie und Gesundheitsökonomie der Charité-Universitätsmedizin Berlin.

 

Gleich im Anschluss referierte Prof. Dr. Claus Leitzmann über sekundäre Pflanzenstoffe, wie vielseitig wirksam sind.

Sie heißen nur deshalb “sekundär”, weil sie später entdeckt wurden, aber deswegen nicht weniger wichtig sind. Eher im Gegenteil, wie Prof. Leitzmann zeigt.

 

Danach ging ich in einen der kleineren Hörsäle zum Workshop über vegane Ernährung in Schwangerschaft, Stillzeit & Kindheit mit Edith Gätjen. Sie hat den Mehrbedarf an Vitaminen, Mineralien und Hauptnährstoffen in Schwangerschaft und Stillzeit erläutert, der nahezu bei allen Nährstoffen v.a. auch in der Stillzeit erhöht ist und praktische Rezeptvorschläge hierfür gegeben. Eine Frau, die sich pflanzlich-vollwertig ernährt, müsse allerdings keine Folsäure vor, während oder nach einer Schwangerschaft supplementieren, da sie durch ihre blattgrün-reiche Ernährung genügend Folsäure aufnimmt, ganz im Gegensatz zur Mischköstlerin.

 

Im Anschluss gab es noch einige interessante Vorträge über vegane Ernährung in der Onkologie (David Stenholtz), Umwelteinflüsse pflanzenbasierter Ernährungsformen (Dr. Andreas Ciroth) und Perspektiven vegetarischer Ernährung in der Medizin von Prof. Dr. Andreas Michalsen. Am Abend ging ich noch mit einer Freundin – sie ist Ökotrophologin, die ebenfalls am Kongress war – in Kreuzberg vegan asiatisch essen, was in der Vegan-Hauptstadt Berlin absolut kein Problem mehr ist, es gibt dort mittlerweile über 40 rein vegane Restaurants!

 

Am Samstag ging es ab 9 Uhr weiter mit Themen wie “Ernährungsfaktoren bei der Alzheimer-Prävention” von Dr. Neal Barnard, “Isst Yoga vegetarisch? Von der Praxis der Gewaltlosigkeit und des Mitgefühls zur verantwortungsvollen Ernährung” (Alexander Peters) und “Vegetarische Ernährung bei chronischen Erkrankungen und Fasten-Medizin”.

 

Nach der Mittagspause mit leckerem pflanzlichen Buffet ging es am Nachmittag weiter mit dem Vortrag von Dr. Michael Greger “Nahrung als Medizin: Vorbeugung und Behandlung von Erkrankungen mit Hilfe von Ernährungstherapie“ und ”Vegetarische und vegane Ernährung bei Kindern” mit Dr. Markus Keller.

 

Zum Abschluss gab es noch einen Interessanten Vortrag von Prof. Mark Messina über den Einfluss von Soja-Nahrungsmitteln auf die Entstehung von Brustkrebs und die Prognose von Brustkrebspatientinnen.

 

Die Schlussfolgerungen aus den hier präsentierten Studien waren, dass der Verzehr von Soja-Produkten

  • das Brustkrebs-Riskio reduziert, wenn man in frühen Jahren damit beginnt
  • das Brustgewebe nicht negativ beeinflusst
  • bei bereits diagnostiziertem Brustkrebs die Sterblichkeitsrate um 15% mindert und
  • das Zurückkehren des Brustkrebses um 25% reduziert

Junge Mädchen sollten deshalb täglich mindestens 1 Portion Sojabohnen zu sich nehmen, in welcher Form auch immer.

Am Sonntag war dann noch der Publikumstag:

Unter dem Motto „Open VegMed“ waren interessierte Menschen zu einem vielseitigen Programm aus Fach-Vorträgen, Events, pflanzlichen Schlemmereien und Ausstellungen eingeladen. Hier traten Praxis und Forschung an die Öffentlichkeit, um Menschen, die sich über Nutzen und Risiken vegetarisch-veganer Ernährung informieren wollten, hochwertige Informationen über pflanzen­basierte Ernährungs­formen zu vermitteln. Hier war ich noch im interessanten und gut besuchten Vortrag bei Edith Gätjen zum Thema “Vegan im 1. Lebensjahr – wie kann es gelingen?“. Das Stillen bis mind. zum 1. Geburtstag des Säuglings wird von Ärzten und Ernährungswissenschaftlern einstimmig empfohlen, die Immunglobuline in Muttermilch sind unersetzlich für ein Kind im Wachstum. Sollte eine Frau ihr Baby nicht stillen können, wird als Alternative Mandelmilch oder Kokosmilch empfohlen. Danach erläutert sie noch die Voraussetzungen für Beikost-Gabe und gibt viele Rezeptvorschläge.

 

Danach kam der beeindruckende und bereits bekannte Vortrag von Dr. Melanie Joy über „Jenseits von Karnismus“ bzw. „Warum wir Tiere essen“ im überfüllten Hörsaal, viele Zuhörer mussten stehen, weil es keine Sitzplätze mehr gab.

 

Am Nachmittag war noch Niko Rittenau mit seinem Vortrag „Clean Eating, Raw Vegan & Super Foods - Ernährungstrends auf dem Prüfstand“. Kurz vor meiner Abreise traf ich per Zufall noch einen Bekannten, der seit 1 Jahr in Berlin lebt und dort für Animal Equality Germany arbeitet, welche das Projekt iAnimal erschaffen haben. Durch eine interaktive 3D-Brille bekommt man nicht nur Einblick in das Leben eines Tieres in der Fleischindustrie, sondern sieht es mit dessen Augen! Unter www.iAnimal360°.de kann man sehen, wie es funktioniert.

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Kommentare: 3
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    Nicole Serafini (Donnerstag, 02 Februar 2017 04:09)


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